Unabhängige Initiative von Architekten und Kulturschaffenden

 

Chance Bregenz Mitte 

 

 

Stadtspaziergang 02

mit Gerhard Gruber und Reinhold Locher, lesen Sie mehr dazu >

Am Samstag den 26.11.2016 trafen wir uns zum zweiten Mal zu einem Stadtspaziergang durch Bregenz. Begleitet von den Architekten Gerhard Gruber und Reinhold Locher machten wir uns auf den Weg um unterschiedliche Situationen von Bregenz kennen zu lernen aufmerksam zu werden auf die besonderen Charakteristiken der Stadt am See.

 

Die Stadtspaziergänge sind eine Schule des Sehens. Auf den Rundgängen werden städtebauliche Themen und Fragen des öffentlichen Raumes behandelt. Es soll ein Vokabular für eine sachliche Diskussion über die Seestadt zur Verfügung gestellt werden. Der zweite Stadtspaziergang führte über den Kornmarkt, den Leutbühel, die Kaiserstraße und die Jahnstraße zur Weiherstraße. An den ausgewählten Orten wurde auf die Entstehung (jede Zeit hat andere Vorstellungen von Stadt), die Struktur (Bregenz Stadt zwischen Pfänder und See) und den Verkehr (Verkehrsräume werden zu öffentlichen Räumen) als Bedingungen für Stadtentwicklung eingegangen.

 

Zeit baut Stadt… Gerhard Gruber und Reinhold Locher luden uns ein die Augen zu öffnen für die vielen Geschichten, welche Bregenz in seiner gebauten Form prägen und zur Vielseitigkeit der Stadt und ihrer Freiräume beitragen. So spazierten wir vom Sparkassenplatz aus über den Kornmarkt, stellten uns das geschäftige Treiben von damals vor, als an diesem wichtigen Handelsplatz am Bodensee noch mit allerlei Gütern gehandelt wurde, schlenderten über die Rathausstraße, begannen die Fassaden als kleine Einblicke in unterschiedliche Zeiten und Geschichten zu lesen und kamen so zum Leutbühel, wo plötzlich inmitten der Stadt der Blick auf den Pfänder und den See frei wird. Die besonderen Qualitäten von Bregenz zwischen See und lebendiger Innenstadt, die hier zum ersten Mal für uns greifbar wurden, begleiteten uns auf unserem weiteren Weg und traten immer wieder in unterschiedlicher Form in Erscheinung.

 

Vorbei am GWL und einem kleinmaßstäblichen Handelskonzept entlang der Kirchstraße, durch einen Innenhof bis hin zur Jahnstraße und der Rückseite des GWLs wurden wir erneut darauf aufmerksam, wie unterschiedlich Stadtraum wahrgenommen und bespielt werden kann, und welche Rolle dabei der Architektur und der Qualität der Zwischenräume und Durchlässigkeiten zukommt. Begleitet von Freiräumen, die immer wieder den Blick auf den See freigaben und den Stadtraum öffneten, spazierten wir schlussendlich bis zur Gerberstraße, vorbei an einem Nebeneinander von groß- und kleinmaßstäblichen Bebauungen und einem Miteinander von Gebautem und öffentlichem Raum.

 

Der gemeinsame Spaziergang lud dazu ein neue Wege durch Bregenz einzuschlagen und die Augen zu öffnen für die Vielfalt und Inhomogenität der Stadt sowie für die Qualitäten der Durchlässigkeiten, Ein- und Ausblicke, die Bregenz prägen.

 

Vielen Dank an alle die dabei waren.